kreisjugendring köpenick

In der Wende- und gesellschaftlichen Aufbruchzeit (1989/90) entstanden im Geiste der Bürger- und Demokratiebewegung neue, SED-unabhängige Jugendverbände in der DDR. Das „HAUS – Seelenbinderstraße 54“ wurde zum Treffpunkt sehr verschiedener, politisch engagierter Köpenicker Jugendgruppen und Ausgangspunkt vielfältigster Aktionen.

Es erschien möglich, das ganze Land zu demokratisieren und mitzugestalten. Insofern ist die Geschichte des „HdJK“ mit dieser Zeit, ihren Hoffnungen und Träumen, ihren Illusionen und Enttäuschungen, aber mit den nun auch neuen Möglichkeiten sehr eng verbunden.

Noch immer fühlen wir uns dem Geiste des Aufbruchs von 1989 und der kritischen Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen verbunden. Wir unterstützen in diesem  emanzipatorischen Sinne engagiertes, kritisches Denken und Handeln in Alternativen.

Manches erwies sich als Luftnummer, die neuen Möglichkeiten gebahren neue Risiken ..., doch wenigstens das CAFE kam 1995/96 wieder in unsere Hände und wurde dem KJR e.V. übergeben: wir mussten aber lernen, dass Freiheit auch Verantwortung und gemeinsame Regeln bedeuten und immer wieder Arbeit, alltägliche Beschwerlichkeiten wie Aufräumen, Umräumen, Saubermachen, Fenster putzen, Programme stricken, Proteste schreiben, Anträge schreiben, abrechnen, Steuererklärungen ausfüllen.
In allen diesen Jahren wurde das CAFÉ aber auch ein Ort des Rückzuges von der Hetze der ewig jungen, nach außen gestylten, hektischen Konsumwelt und ihres Leistungs- und Fortschrittwahns.

Hier gingen die Uhren richtig falsch, wo sie woanders immer allzu falsch richtig gingen. Immernoch findet man in den Ecken des CAFÉs, auf seinen Treppen, in den Kellern oder im Garten Verständnis und Rat, ein paar Trommeln, Gitarren und Lieder. Hier brennt oft ein Feuerchen, ob im Kamin oder im Garten. Und Mütterchen CAFE gibt noch immer kostenlosen Tee und Wärme ...

Immer wieder das gleiche Spiel, wenn die Leutchen so gerade 16 geworden sind und nun die große Freiheit ausprobieren und sich gleich zu viel zumuten ... und sich in 'ner Ecke übergeben müssen - einmal zuviel, das war es dann ... und die besorgten Muttis und wortlos hinterhertrottenden Papis mit dem Autoschlüssel, wenn sie ihre Kleinen dem CAFÉ-Moloch entreissen ... Immer wieder das gleiche Spiel, wenn kleine Grüppchen zusammen das Klo besuchen ... und die Generation 4 muss schmunzeln über die Neuen, die kichernden Kleinen der Generation 5.

Und die von der 1. müssen sowieso lachen - kennen sie doch all die Sachen.